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Die Kategorien deutscher Prominenz

Reiche, berühmte, auch berüchtigte Deutsche muss man nicht mit der Lupe suchen, dafür reicht der Blick in die Zeitung oder ins Fernsehen und mittlerweile hat auch die BRD ein paar Youtube Stars und Facebook Sternchen zu bieten. Aber woran unterscheidet sich eigentlich Prominenz? Warum hat beispielsweise eine Daniela Katzenberger, haben Figuren wie Oliver Pocher tatsächlich mehr Sendezeit als zum Beispiel der Bundesfinanzminister und wen man in entsprechenden Kreisen nach dessen Namen fragt, bleibt die Antwort oft schuldig. In dieser Gemengelage aus Kommerz und Popkultur bemisst sich Prominenz völlig neu und es ist fraglich, ob sich hier überhaupt noch kategorisieren lässt.

Politiker oder Schlagersänger?

Ja, das ist die Frage, schließlich kennen mehr Deutsche eine Sängerin wie Helene Fischer als dass sie den Namen des sagen wir mal deutschen Verkehrsminister Dobrindt aufsagen können! Offenbar geht es heute vor allem um Sendezeit, um Präsenz im Radio, Internet und TV und hier schneiden dann eben kulturell vielleicht unterhaltsame, gesamtgesellschaftlich jedoch relativ verzichtbare, austauschbare Figuren gut ab. Wie sonst lässt sich erklären, dass in Deutschland mittelmäßige Schriftsteller mit einer eigenen Show im Fernsehen berühmt und andere Personen wie beispielsweise der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz und so weiter wirklich nur Eingeweihten bekannt sind? Jeder angehende Superstar aus der Retorte, vom vielleicht sogar noch berühmteren Dieten Bohlen ausgewählt, bekommt auch in Deutschland seine 15 Minuten Ruhm und so ist die Prominenz hierzulande ein ständiges Wechselspiel.

Vom Dschungelcamp und den Untiefen deutscher Subkultur

So tauchen ausgewählte C Prominente, die dann freilich ganz Deutschland kennt, für ein paar Wochen ein in die totale Lächerlichkeit und Blamage, schließlich sind Formate wie das Dschungelcamp allein dem Voyeurismus eines bis auf die Haut durchkommerzialisierten Medienkonsums festgeschrieben und es braucht schon reichlich Anstrengung, um der Berieselung im Fernsehen zu entgehen. Trotzdem lässt sich kaum vermeiden, dass heute Verona Feldbusch, Nena Meyer Landrut und Elton als Stars, als Prominente durchgehen, obwohl deren kulturelle Leistungen eher trivial ausfallen. Am Ende entscheidet der Preis für eine Werbeminute und mit der Tagesschau im Ersten lässt sich vergleichsweise weniger verdienen als mit einer Sendung auf RTL 2.

Es reicht also, sich die Sozialen Medien anzuschauen, ein wenig Fernsehen ist immer hilfreich, und schnell zeigen sich die sogenannten Promis und kleinen Berühmtheiten des deutschen Medienalltags. Mögen Experten diese verächtlich als kulturell bedeutungsloses, ja sogar schädliches Strohfeuer betrachten – für viele Deutsche haben solche Figuren einen enormen Wiedererkennungswert!